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2.1.3.1 Nutzung und Bewertung von Innenstädten

Monheim, Rolf

2002-08

2. Grundlagen des kommunalen Verkehrs

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32. Ergänzungslieferung

Ordner 1

Verkehrsplanung steht immer wieder in der Gefahr, sich als technologische Optimierung eines Teilsystems zu verselbständigen. Der konzeptionelle Anspruch des Handbuchs der kommunalen Verkehrsplanung zielt dagegen auf einen integrierten Ansatz sowohl innerhalb des Verkehrssystems als auch zwischen dem Verkehr als dienender Funktion und den sonstigen Lebensbereichen. Die Notwendigkeit dieser Sichtweise wird besonders deutlich bei Planungen für Innenstädte, da sich in diesen verschiedenste Ansprüche auf komplexe und nur schwer auflösbare Weise überlagern. Allerdings hatte man in den funktionalistisch geprägten Phasen des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Innenstädte und der Stadtsanierung der 60er und frühen 70er Jahre oft relativ rigoros versucht, die Belange des Verkehrs zu optimieren, was häufig zu schwerwiegenden Eingriffen in das überlieferte Bild der Innenstädte führte, mit der Folge eines starken Identitätsverlustes. In einer Zeit relativ ungetrübten Fortschrittglaubens wurde dies jedoch nicht als Nachteil empfunden, sondern als erfolgreiche Bewältigung erwarteter Erfordernisse. Erst mit der Kritik an diesem Fortschrittsfetischismus, nicht zuletzt durch die 68er-Generation, und der Wiederentdeckung der Werte überlieferter Identität, 1975 kulminierend im Europäischen Denkmalschutzjahr, begann ein Wandel der Leitbilder. Auslöser waren sich ändernde Lebensstile, die ihrerseits korresponierten mit Änderungen im Wirtschaftssystem, nämlich dem Übergang von der fordistischen zur postfordistischen Regulation, von der Modeme zur Postmoderne. Ein wesentlicher Aspekt war der Bedeutungsgewinn flexibler kleinerer und mittlerer Strukturen gegenüber den relativ unflexiblen Großstrukturen. Dies hatte auch vielfältige Auswirkungen auf die Leitbilder und Trends in Innenstädten, so z. B. die Krise der Waren- und Großkaufhäuser, die Boutikisierung, die Ausweitung von Freizeitfunktionen, vor allem aber die Wiederentdeckung der sozialen Funktion von Innenstädten und speziell der Bedeutung kleinteiliger städtischer Freiräume.

Akzeptanz des Fußweges, Einstellung zur Innenstadt, Freiraumnutzung, Fußgängerdichte, Fußgängerzonen, Fußwege in der Innenstadt, Innenstadt, Innenstadtbesucher, Innenstadtentwicklung, Innenstadterschließung, Innenstadtnutzung, Leitbilddiskussion, Passantenaufkommen, Straßenraum