Top

2.2.1.7 Mobilität zu Freizeitgroßveranstaltungen

Flaig, Jörn; Kill, Heinrich

2004-12

2. Grundlagen des kommunalen Verkehrs

22

40. Ergänzungslieferung

Ordner 1

Bereits seit längerem hat die auf Nachhaltigkeit bedachte integrierte Verkehrsgestaltung den Freizeitverkehr als besondere Herausforderung erkannt. Die statistisch als Freizeitverkehr erfassten Wege stellen einerseits hinsichtlich ihres Umfanges (Aufkommen und Leistung) den bedeutendsten Verkehrszweck dar, andererseits gilt der Freizeitverkehr als sehr stark affin zum Motorisierten Individualverkehr (MIV). Folglich liegt nahe, dass Modal-Split Veränderungen hin zu den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes beim Freizeitverkehr besonders große Auswirkungen auf den Gesamtverkehr haben. Nun zeichnet sich die statistische "Restgröße" Freizeitverkehr durch eine sehr große Heterogenität aus. Ein in den letzten Jahren zunehmender Bereich der Freizeitgestaltung mit überdurchschnittlich hoher Verkehrserzeugung ist der Besuch von Freizeit-Großveranstaltungen, sog. Events. Schon seit einigen Jahren ist die Freizeit-Mobilität, die von extra für Freizeitaktivitäten errichteten, dauerhaft betriebenen Einrichtungen ausgeht, Gegenstand verkehrswissenschaftlicher Forschung. Die nachfolgenden Ausführungen dagegen beschäftigen sich mit Freizeitgroßveranstaltungen, die als Angebot nur eine begrenzte Zeit bestehen und an Lokalitäten stattfinden, die ansonsten anderweitig oder gar nicht genutzt werden. Häufig werden diese Veranstaltungen in einem bestimmten Rhythmus (z.B. jährlich) wiederholt, allerdings nicht notwendigerweise und nicht zwingend am gleichen Ort. Dadurch erhalten diese Events und die mit ihnen verbundenen Verkehrsvorgänge eine zeitliche, räumliche und thematische Einmaligkeit. Der Begriff Eventverkehr wird im Folgenden als Synonym für Mobilität bei solchen Freizeitgroßveranstaltungen verwendet. Eventverkehr ist damit ein ganz spezifisches Segment des Freizeitverkehrs mit hoher Mobilitätsrelevanz und unterscheidet sich in den Kriterien Lokalität, induzierte Strecken, Dauer, Belastung von Anlagen, Kombination mit anderen Aktivitäten stark vom durchschnittlichen Freizeitverkehrsverhalten.

Besucherverhalten, Besucherverkehr, Event, Eventverkehr, Freizeitveranstaltung, Freizeitverkehr, Großveranstaltung, Veranstaltung, Verkehrsmittelwahl