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3.4.8.2 Erreichbarkeits- und Mängelanalyse aus Frauensicht in ÖPNV-Angebotskonzepten

Striefler, Katja

1998-11

3. Verkehrspolitik, Verkehrsplanung, Verkehrssysteme, Verkehrsgestaltung

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23. Ergänzungslieferung

Ordner 3

Fachfrauen weisen seit langem darauf hin: Durch Verkehrsplanung werden Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit behindert. Aufgrund fehlender Reflexion geschlechtsspezifischer Unterschiede - vor allem bezüglich der Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln und bezüglich des Bewegungsbedarfes - werden auch durch die Verkehrsplanung Geschlechterhierarchien reproduziert: "Das Verkehrssystem in der BRD (und anderen hochindustrialisierten Staaten) ist auf die Bedürfnisse des ganztägig berufstätigen, zwischen Wohnung und Arbeitsplatz pendelnden, überwiegend autofahrenden Mannes ausgerichtet, nicht aber auf die (zusätzlich) in Reproduktionsarbeit eingebundene, eine Vielzahl unterschiedlicher Orte (Läden, Kindergärten, Schule, Ärzte, Behörden, Freizeiteinrichtungen und auch noch einen Erwerbsarbeitsplatz) aufsuchende, sich häufig mit Kinder bewegende, Waren transportierende und meist auf öffentliche Verkehrsmittel (oder die eigene Beinkraft) angewiesene Frau. Wegen der beschränkten Mobilitätschancen sind Frauen gezwungen, in überteuerten Läden einzukaufen, unterqualifiziette und schlecht bezahlte Arbeitsplätze in Wohnortnähe anzunehmen, Kontakt zu Freunden und Verwandten auf ein Minimum zu beschränken und täglich eine Entscheidung zwischen der "Sorge um ihre Kinder oder zeitlicher und körperlicher Beanspruchung" (durch Begleitung und Beaufsichtigung von Kindern) zu fällen."

Angebotsplanung, Fahrgastbefragung, standardisierte, Frauenbeauftragte, kommunale, Infrastruktur, frauenrelevante, Mängel des ÖPNV-Angebotes, Nahverkehrsplan, Planungsprozess, Schlüsselpersonen