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3.4.18.3 Fahrradverkehrsförderung durch Kampagnen und Kommunikation

Göttsche, Jürgen

2003-11

3. Verkehrspolitik, Verkehrsplanung, Verkehrssysteme, Verkehrsgestaltung

20

36. Ergänzungslieferung

Ordner 4

Die Förderung des Fahrradverkehrs hat seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert bei Planern. In den 60er Jahren wurde auf den Bau von Radwegen gesetzt. Wer viel Radwege baut, wird viel Radverkehr ernten, lautete die einfache Formel. In den 70er Jahren haben wir in Netzen gedacht - Angebotsnetz und Nachfragenetz, Alltagsnetz und Freizeitnetz und so weiter. In den 80er und frühen 90er waren es die zusätzlichen Infrastrukturmaßnahmen, die dem Fahrrad den nötigen Schub geben sollten. Fahrradparken im öffentlichen Raum, an Haltestellen des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs, im privaten Bereich und eine eigenständige Wegweisung für den Fahrradverkehr waren die Themen. Seit Mitte der 90er bis heute spricht die Fachwelt von mehr Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung des Fahrradverkehrs und meint damit aber in der Hauptsache Werbung für das Fahrrad über die Printmedien. Das Ergebnis ist insgesamt ernüchternd, der richtige Durchbruch zu mehr Fahrradverkehr ist uns nicht gelungen. Der Fahrradverkehrsanteil in der Bundesrepublik Deutschland dümpelt nach wie vor bei etwa 11 %. Holländer und Dänen bringen es auf fast 30 %. Jeder Bundesbürger fährt im Jahr etwa 300 km mit dem Fahrrad, in den Niederlanden und in Dänemark sind es 1000 km. Eine der Ursachen für den ausbleibenden Erfolg kann man in mangelnder Kommunikation und fehlendem Marketing zur Förderung des Fahrrades und - das ist der entscheidende Punkt - in der Förderung des Fahrrad fahrens finden. Wer ein Fahrrad besitzt, das sollen über 90 % aller Deutschen sein, benutzt es noch lange nicht.

Bürgerbeteiligung, Bürgermitwirkung, Fahrradnutzung, Image des Radfahrens, Marl, Öffentlichkeitsarbeit, Radverkehrsförderung