Cover E DIN EN IEC 62631-3-1 VDE 0307-3-1:2021-02
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E DIN EN IEC 62631-3-1 VDE 0307-3-1:2021-02

Dielektrische und resistive Eigenschaften fester Elektroisolierstoffe

Teil 3-1: Bestimmung resistiver Eigenschaften (Gleichspannungsverfahren) – Durchgangswiderstand und spezifischer Durchgangswiderstand – Basisverfahren

(IEC 112/461/CD:2019); Text Deutsch und Englisch
Art/Status: Norm-Entwurf, gültig
Ausgabedatum: 2021-02   Erscheinungsdatum: 2021-01-15
VDE-Artnr.: 1300115
Ende der Einspruchsfrist: 2021-03-15

Isolierstoffe werden gemeinhin zur elektrischen Isolation von Komponenten eines elektrischen Systems verwendet, und zwar sowohl untereinander als auch gegen Erde. Feste Isolierstoffe können zusätzlich eine mechanische Unterstützung gewährleisten. Für diese Zwecke ist es im Allgemeinen erwünscht, dass der Isolationswiderstand so hoch wie möglich ist - einhergehend mit akzeptablen mechanischen und chemischen Eigenschaften sowie einer hinreichenden Temperaturbeständigkeit. Der Durchgangswiderstand ist ein Teil des Isolationswiderstandes.
Der spezifische Durchgangswiderstand kann bei der Auswahl eines Isolierstoffs für eine bestimmte Anwendung hilfreich sein. Die Änderung des spezifischen Durchgangswiderstandes in Abhängigkeit von Temperatur und Feuchtigkeit kann erheblich sein und muss bekannt sein, wenn für Anwendungsbedingungen konstruiert wird.
Wenn zwischen Elektroden, die in Kontakt mit einem Probekörper stehen, eine Gleichspannung angelegt wird, so nimmt der Strom durch diesen asymptotisch ab, bis ein eingeschwungener Zustand erreicht ist. Die Abnahme des Stroms in Abhängigkeit von der Zeit kann durch dielektrische Polarisation und das Verschieben mobiler Ionen zu den Elektroden verursacht werden. Bei Materialien mit einem spezifischen Durchgangswiderstand unterhalb von ungefähr 1 010 ?m wird der eingeschwungene Zustand gemeinhin nach einer Minute erreicht, und der Widerstand wird nach dieser Zeitspanne des Anlegens der Spannung bestimmt. Bei Materialien mit höherem spezifischem Durchgangswiderstand kann der Strom über mehrere Minuten, Stunden, Tage oder sogar Wochen fortgesetzt abklingen. Aus diesem Grunde können für derartige Materialien längere Zeiten des Anlegens der Spannung erforderlich sein.
Die Messung des Durchgangswiderstandes bzw. des spezifischen Durchgangswiderstandes muss mit Sorgfalt und unter Berücksichtigung der elektrischen Eigenschaften des Prüfkreises sowie der spezifischen elektrischen Eigenschaften des Materials erfolgen.
Der hier vorliegende Teil 3-1 der internationalen Normenreihe IEC 62631 beschreibt ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Durchgangswiderstandes und des spezifischen Durchgangswiderstandes von festen elektrischen Isolierstoffen durch Anlegen einer Gleichspannung.
Dieses Basisverfahren beschreibt allgemein gebräuchliche Vorgehensweisen für allgemeine Messungen. Sofern in dieser Norm ein Verfahren für einen spezifischen Materialtyp beschrieben ist, muss das spezifische Verfahren verwendet werden.

Gegenüber DIN EN 62631-3-1 (VDE 0307-3-1):2017-01 und DIN EN 62631-3-1 Berichtigung 1 (VDE 0307-3-1 Berichtigung 1):2018-09 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) IEC 60093 wurde sowohl redaktionell als auch technisch vollständig überarbeitet und in die neue Normenreihe IEC 62631 übernommen;
b) die Prüfverfahren wurden dem aktuellen Stand der Technik angepasst;
c) Volumen, spezifischer Oberflächenwiderstand und spezifischer elektrischer Widerstand erscheinen nun getrennt in diesem Teil von IEC 62631 bzw. in IEC 62631-3-2.