Cover E DIN EN ISO 11929-1 VDE 0493-9291:2021-02
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E DIN EN ISO 11929-1 VDE 0493-9291:2021-02

Bestimmung der charakteristischen Grenzen (Erkennungsgrenze, Nachweisgrenze und Grenzen des Überdeckungsintervalls) bei Messungen ionisierender Strahlung – Grundlagen und Anwendungen

Teil 1: Elementare Anwendungen

(ISO 11929-1:2019); Deutsche Fassung prEN ISO 11929-1:2020
Art/Status: Norm-Entwurf, gültig
Ausgabedatum: 2021-02   Erscheinungsdatum: 2021-01-15
VDE-Artnr.: 1400460
Ende der Einspruchsfrist: 2021-03-15

Messunsicherheiten und charakteristische Grenzen wie die Erkennungsgrenze, die Nachweisgrenze und die Grenzen des Überdeckungsintervalls, sowie der beste Schätzwert und die ihm zugeordnete Standardunsicherheit sind in der Metrologie allgemein und im Strahlenschutz von besonderer Bedeutung. Die Quantifizierung der Unsicherheit, die einem Messergebnis zuzuordnen ist, stellt eine Grundlage dar für das Vertrauen, das ein Individuum in das Messergebnis setzen kann.
Konformität mit regulatorischen Grenzen, Richtwerten oder Referenzwerten kann nur durch Berücksichtigung und Quantifizierung aller Quellen der Unsicherheit gezeigt werden. Charakteristische Grenzen sind schließlich eine Grundlage für Entscheidungen unter Unsicherheit.
Diese Norm behandelt speziell charakteristische Grenzen für eine nicht-negative Messgröße bei der Messung ionisierender Strahlung. Sie ist jedoch für einen weiten Bereich von Messverfahren anwendbar, der weit über die Messung ionisierender Strahlung hinausgeht.
Die nach dieser Norm zu vorgegebenen Wahrscheinlichkeiten für falsche Entscheidungen festzulegenden Grenzen gestatten es, Nachweismöglichkeiten für eine Messgröße und den durch diese Messgröße quantifizierten physikalischen Effekt wie folgt zu beurteilen:
- Die "Erkennungsgrenze" erlaubt eine Entscheidung darüber, ob der durch die Messgröße quantifizierte physikalische Effekt vorliegt.
- Die "Nachweisgrenze" gibt an, welcher kleinste wahre Wert der Messgröße mit einem anzuwendenden Messverfahren noch nachgewiesen werden kann. Sie erlaubt damit eine Entscheidung darüber, ob das Messverfahren gestellten Anforderungen genügt und damit für den vorgesehenen Messzweck geeignet ist.
- Die "Grenzen des Überdeckungsintervalls" schließen im Fall, dass das Vorliegen des physikalischen Effektes erkannt wird, ein Überdeckungsintervall ein, das mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit den wahren Wert der Messgröße enthält.
Teil 1 der Reihe behandelt elementare Anwendungen zählender Messungen, wie sie häufig im Bereich der Metrologie ionisierender Strahlung auftreten werden. Dieser Teil beschränkt sich aus Anwendungen, bei denen die Unsicherheiten auf der Grundlage des GUM (JCGM 2008) ermittelt werden können. Im Anhang A wird der spezielle Fall wiederholter zählender Messungen mit zufälligen Einflüssen und in Anhang B Messungen mit linearen analogen Ratemetern behandelt.

Gegenüber DIN ISO 11929-1 (VDE 0493-9291):2020-03 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Die Anforderungen der bestehenden Norm sollen unverändert als Europäische Norm übernommen werden;
b) ein Fehler im 2. Absatz von 8.4 wird korrigiert.

Dieses Dokument wird folgenden, in Fettschrift gekennzeichneten, Fachgebiet(en) zugeordnet:

17 METROLOGIE. MESSWESEN. ANGEWANDTE PHYSIK
17.140 Akustik. Akustische Messungen
17.160 Vibrationen (Schwingungen). Stoßmessungen. Schwingungsmessungen
17.180 Optik. Optische Messungen
17.200 Thermodynamik. Temperaturmessungen
17.220 Elektrizität. Magnetismus. Elektrische und magnetische Messungen
17.240 Strahlungsmessungen

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