Cover E DIN EN 61326-1 VDE 0843-20-1:2018-09
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E DIN EN 61326-1 VDE 0843-20-1:2018-09

Elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte – EMV-Anforderungen

Teil 1: Allgemeine Anforderungen

(IEC 65A/862/CD:2018); Text Deutsch und Englisch
Art/Status: Norm-Entwurf, gültig
Ausgabedatum: 2018-09   Erscheinungsdatum: 2018-08-10
VDE-Artnr.: 1800444
Ende der Einspruchsfrist: 2018-10-10

Inhaltsverzeichnis

Der hier vorliegende Teil 1 der internationalen Normenreihe der IEC 61326 legt die EMV-Anforderungen fest, die im Allgemeinen für alle Geräte, die zum Anwendungsbereich dieser Norm gehören, anwendbar sind. Für bestimmte Arten von Geräten werden diese Anforderungen durch besondere Anforderungen in einem oder mehreren weiteren Teilen der Reihe IEC 61326-2 ergänzt oder modifiziert. Diese Teile -2 der Normenreihe müssen in Zusammenhang mit den Anforderungen der IEC 61326-1 gelesen werden.
Geräte und Einrichtungen im Anwendungsbereich dieser Norm können oft geografisch weit verbreitet sein und werden daher in einem weiten Bereich von Umgebungsbedingungen betrieben.
Die Begrenzung unerwünschter elektromagnetischer Aussendungen eines betrachteten Geräts gewährleistet, dass andere, in der Nähe angeordnete Geräte nicht in unzulässiger Weise beeinflusst werden. Die Grenzwerte sind mehr oder weniger in Veröffentlichungen der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) und des Internationalen Sonderausschusses für Funkstörungen (CISPR) festgelegt und deshalb von dort übernommen worden.
Das Gerät sollte jedoch auch ohne übermäßige Beeinträchtigung in einer elektromagnetischen Umgebung funktionieren, die für die beabsichtigten Betriebsorte typisch ist. In dieser Hinsicht beschreibt diese Norm drei unterschiedliche Typen elektromagnetischer Umgebungen und die Pegel für die Störfestigkeit. Weiter detaillierte Informationen zum Thema elektromagnetische Umgebungen enthält IEC 61000-2-5. Nicht berücksichtigt sind besondere Risiken, die zum Beispiel in der Nähe oder direkt auftretende Blitzeinschläge, Spannungausfall oder außergewöhnlich hohe elektromagnetische Strahlungen in unmittelbarer Nähe mit sich bringen.
Für komplexe elektrische bzw. elektronische Systeme sollte eine Planung der elektromagnetischen Verträglichkeit durchgeführt werden, die für alle Phasen der Entwicklung und Errichtung des Systems die elektro-magnetische Umgebung, weitere besondere Bedingungen und die Folgen von Ausfällen berücksichtigt.
Dieser Teil von IEC 61326 legt hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) die Anforderungen an die Störfestigkeit und an die Störaussendung für elektrische Geräte fest, die aus einer Stromversorgung oder Batterie mit weniger als 1 000 V Wechselspannung oder weniger als 1 500 V Gleichspannung oder von dem Stromkreis, an dem gemessen wird, betrieben werden. Von diesem Teil der Norm werden Geräte erfasst, die für gewerblichen Gebrauch, industrielle Prozesse, industrielle Fertigung und für den Unterricht vorgesehen sind. Dazu gehören Geräte und Rechnereinrichtungen zum
- Messen und Prüfen,
- Steuern und Regeln (Leittechnik),
- Laboreinsatz,
- sowie Zubehör, das für den Gebrauch im Zusammenhang mit den vorgenannten Geräten vorgesehen ist (wie z. B. Zubehör zur Handhabung von Proben),
wobei ihr Gebrauch in industriellen und in nicht-industriellen Bereichen vorgesehen ist.
Rechner und Rechneranordnungen und ähnliche Geräte aus dem Bereich der Informationstechnik (Information Technology Equipment, ITE), die den Anforderungen der für solche Geräte anwendbaren EMV-Normen entsprechen, dürfen in Systemen, die zum Anwendungsbereich der vorliegenden Norm gehören, ohne zusätzliche Prüfung benutzt werden, wenn sie für die beabsichtigte elektromagnetische Umgebung geeignet sind.
Es wird im Allgemeinen anerkannt, dass diese Produktfamiliennorm Vorrang vor entsprechenden EMV-Fachgrundnormen (Generic EMC Standards) hat.
Folgende Geräte gehören zum Anwendungsbereich dieser Norm:
a) Elektrische Mess- und Prüfgeräte
Dies sind Geräte, die mit elektrischen Mitteln eine oder mehrere elektrische oder nicht-elektrische Größen messen, anzeigen oder registrieren, sowie nicht-messende Geräte wie Signalgeneratoren, Normale, Stromversorgungen oder Umformer.
b) Elektrische Steuer- und Regelgeräte
Dies sind Geräte, die eine oder mehrere Ausgangsgrößen auf Werte einstellen, die jeweils durch manuelle Einstellungen, durch Programmierung vor Ort oder durch ferngesteuerte Programmierung oder anhand von einer oder mehreren Eingangsvariablen bestimmt werden. Dazu gehören Betriebsmittel der Leittechnik (Equipment for Industrial Process Measurement and Control, IPMC), wie
- Prozesssteuerungen und Prozessregeleinrichtungen;
- programmierbare Steuerungen;
- Stromversorgungseinheiten (zentrale oder dezentrale) für Geräte und Systeme;
- analoge und digitale Anzeige- und Aufzeichnungsgeräte;
- leittechnische Ausrüstungen;
- Umformer, Stellglieder, intelligente Betätigungseinrichtungen usw.
c) Elektrische Laborgeräte
Dies sind Geräte, die zum Messen, Anzeigen, Überwachen, Analysieren oder Zubereiten von Stoffen dienen, einschließlich Geräte für die In-vitro-Diagnostik (IVD-Geräte). Diese Geräte können auch in anderen Bereichen als in Laboratorien benutzt werden.
d) Geräte des Typs a), b) oder c), wenn sie mit Baugruppen mit Funk-Funktionalität ausgestattet sind, zum Beispiel für eine drahtlose Kommunikation.
Geräte, die zum Anwendungsbereich dieser Norm gehören, können in verschiedenen elektromagnetischen Umgebungen betrieben werden. Abhängig von der elektromagnetischen Umgebung sind sowohl für die Störaussendung als auch für die Störfestigkeit unterschiedliche Prüfanforderungen anwendbar.
Diese Norm betrachtet drei Typen elektromagnetischer Umgebungen:
- grundlegende elektromagnetische Umgebung;
- industrielle elektromagnetische Umgebung;
- beherrschte elektromagnetische Umgebung.
Entsprechende Anforderungen für die Prüfung der Störfestigkeit sind im Abschnitt 6 beschrieben.
Hinsichtlich der Anforderungen an die Störaussendung muss ein Gerät gemäß den Anforderungen und Verfahren von CISPR 11 der Klasse A oder der Klasse B zugeordnet werden. Die entsprechenden Anforderungen an die Störaussendung sind im Abschnitt 7 beschrieben.
Die festgelegten Anforderungen an die Störaussendung und an die Störfestigkeit haben das Ziel, eine elektromagnetische Verträglichkeit zu erreichen zwischen den von dieser Norm erfassten Geräten und den anderen Geräten, die an Orten mit den in dieser Norm betrachteten elektromagnetischen Umgebungen betrieben werden können. Eine Anleitung für eine Beurteilung des Risikos für das Erreichen einer elektromagnetischen Verträglichkeit wird im Anhang gegeben.

Gegenüber DIN EN 61326-1 (VDE 0843-20-1):2013-07 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Die Störfestigkeits-Prüfwerte und Bewertungskriterien wurden überarbeitet.
b) Anforderungen an tragbare Prüf- und Messgeräte wurden klarer herausgestellt und geändert.
c) Die Beschreibung der elektromagnetischen Umgebungen wurde verbessert.
d) Ein informativer Anhang B über die Risikoanalyse und Risikobeurteilung hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit wurde hinzugefügt.
e) Die normativen Verweisungen wurden aktualisiert.
f) Einige Begriffe wurden hinsichtlich besserer Verständlichkeit überarbeitet.