Veranstaltungstermine:

Nr. Beginn Ende Ort
17187 11.01.2022 09:00 11.01.2022 17:00
Offenbach/M.,
VDE VERLAG GMBH
Goethering 58,
63067 Offenbach/M.
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Das Herz der Produktverantwortung ist die Risikobeurteilung. Das Seminar empfiehlt unter Heranziehung aller Aspekte des „iterativen Verfahrens der Risikobeurteilung und Risikominderung“ (gemäß EG Maschinenrichtlinie) oder der „Allgemeinen Gestaltungsleitsätze“ gemäß DIN EN 12100 eine Methodik für Produktsicherheitsentscheidungen aus juristischer Sicht – mit zahlreichen Hinweisen zur Haftungssteuerung und -minimierung und unter Heranziehung der Rechtsprechungspraxis mit Rückschlüssen für die Ingenieurpraxis. Entscheidend sind insbesondere die „Grenzen der Maschine“ – das zeigt der Fall des „Lüfters von Kaprun“ (Kitzsteinhorn).

Seminarziel:
Sie kennen die wichtigsten Rechtsgrundsätze zur Risikobeurteilung. Sie können so unter Beachtung technischer, wirtschaftlicher und juristischer Aspekte Sicherheitsfragen optimal entscheiden. Sie wissen, welcher Sicherheitsmaßstab wann und wo und wie weit gilt. Sie erfahren, wie technischen Normen im Haftungsrecht wirken. Sie können das Unternehmens- und das persönliche Risiko einschätzen. Sie hören die wichtigsten Urteile aus der Rechtsprechungspraxis (z.B. Eschede, Kaprun).

Referent:
Dr. Thomas Wilrich

Antworten auf die zentralen Fragen: 
  • Wenn die Risikobeurteilung fehlt: Marktüberwachungsmaßnahmen, Beweislastumkehr bei Schadensersatzansprüchen (Zivilrecht), Anfangsverdacht in Ermittlungsverfahren der Staatsanwälte (Strafrecht)
  • Stand der Technik: Was bedeutet er? Was muss ich tun? 
  • Welcher Sicherheitsmaßstab mit welchen Konsequenzen?
  • DIN und VDE-Normen und ihre Rechtswirkung
  • Gerichtsurteile: Rechtsverstoß trotz Normkonformität und Rechtskonformität trotz Normverstoß
  • Grenzen der Maschine: Haftungssteuerung durch Produktbeschreibung
  • Vorhersehbare (Fehl- )Anwendung: Wie weit muss der Hersteller womit gegensteuern? Was lehrt der Fall zur „Katze in der Mikrowelle"?
  • Bagatellschäden: Welche Gefahren muss man berücksichtigen und welche könnte man weglassen?
  • Grundsätze der Integration der Sicherheit: Wann ist Technik geboten und wann reicht Warnung?
  • Sicherheit hat ihren Preis: Wie weit gilt das Verhältnismäßigkeits- und Wirtschaftlichkeitsprinzip?
  • Wer schreibt der bleibt: Was soll man wie weit dokumentieren? Wann gilt „Schrift ist Gift“?
  • Gremien und Experten: Haftungsminderung durch Gruppenarbeit und externe Dienstleister
Die persönliche Produkthaftungsverantwortung: 
  • Wer ist individuell wie weit (vom Konstrukteur bis zur Führungskraft) für Produktsicherheit verantwortlich?
  • Die Relevanz der Unterschrift (Konformitätserklärung, Risikobeurteilung und Freigabeschein)
  • Wie kann ich mich gegen Haftung schützen, absichern, dokumentieren und versichern?
Referent: Dr. Thomas Wilrich ist Rechtsanwalt im Bereich CE Recht, Warenvertrieb, Produkthaftung, Arbeitsschutz einschließlich der entsprechenden Betriebsorganisation, Führungskräftehaftung, Vertragsgestaltung und Strafverteidigung. Er ist auch Professor für Arbeits-, Wirtschafts-, Unternehmensorganisation- und Technikrecht an der Fakultät Wirtschaftsingenierwesen der Hochschule München und Autor von „Produktsicherheitsrecht und CE-Konformität“ VDE Schriftenreihe Band 178.