NeuroCare: Digitalisierte Früherkennung leichter kognitiver Einschränkungen

Conference: AAL-Kongress 2015 - 8. AAL-Kongress 2015
04/29/2015 - 04/30/2015 at Frankfurt/Main, Deutschland

Proceedings: AAL-Kongress 2015

Pages: 6Language: germanTyp: PDF

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Authors:
Moussaoui, Abdelkarim El (Ascora GmbH, Birkenallee 43, 27777 Ganderkesee, Deutschland)
Reuter, Christian (TU Darmstadt, Rundeturmstraße 10, 64283 Darmstadt, Deutschland)
Wiegel, Maurice; Unkauf, Sven (Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, Falkertstraße 29, 70176 Stuttgart, Deutschland)
Wießmann, Tanja (Uniklinik Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, Deutschland)
Dornhöfer, Mareike; Fathi, Madjid; Nasiri, Sara (Universität Siegen, Hölderlinstr. 3, 57068 Siegen, Deutschland)

Abstract:
Aufgrund des demografischen Wandels, in dessen Folgen immer mehr Menschen ein höheres Alter erreichen, ist das Gesundheitssystem zunehmend mit altersassoziierten Erkrankungen, wie die Demenzerkrankungen, konfrontiert. In Deutschland leben aktuell mehr als 1,5 Mio. Menschen mit einer Demenzerkrankung, dazu ist jährlich mit 300.000 Neuerkrankungen zu rechnen. Laut aktuellen Prognosen werden im Jahr 2050 rund 3 Mio. Menschen in Deutschland betroffen sein. Unter Demenzen sind erworbene irreversible Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und des Denkens, die mit zunehmenden Einschränkungen der Alltagsbewältigung einhergehen, zu verstehen. Das Krankheitsbild und der Verlauf, der in der Regel allmählich voranschreitet, können sehr unterschiedlich sein. In der Entwicklung hin zu einer manifesten Demenz durchlaufen die Betroffenen in der Regel ein Stadium leichter kognitiver Beeinträchtigungen (eng. Mild Cognitive Impairments; MCI). Während die Alltagsbewältigung noch überwiegend uneingeschränkt funktioniert, lassen sich objektivierbare Einschränkungen in kognitiven und affektiven Funktionsbereichen, die interindividuell sehr facettenreich auftreten können, finden. Die Grenzziehung zwischen einem altersgerechtem Abbau und einer leichten kognitiven Störung, bzw. einer leichten Demenz, stellt eine diagnostische Herausforderung dar. Doch gerade in einem frühen Verlaufsstadium kann der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung valider Screeningsverfahren zur Erfassung kognitiver Beeinträchtigungen im Rahmen des diagnostischen Prozesses hilfreich und gefordert. NeuroCare kombiniert die Ergebnisse aus der neurowissenschaftlichen Forschung und den aktuellen Stand der Informationstechnologie, um ein einfach handhabbares, und zugleich effizientes, digitales ganzheitliches System zur Früherkennung kognitiver Einschränkungen und zum personalisierten Gehirntraining zu entwickeln. Des Weiteren stellt NeuroCare u.a. sichere und geschützte Clouddienste zur Speicherung von Daten und Trainingsfortschritten sowie eine Internetplattform zum Austausch und zur Aufklärung von Betroffenen, Angehörigen oder Pflegekräften zur Verfügung.