VDE ETG; VDI/VDE GMA (Ed.)

ETG-Fb. 166: Transformation der Stromversorgung – Netzregelung und Systemstabilität

Beiträge der 14. ETG/GMA-Fachtagung „Netzregelung und Systemführung“,

ETG-Fachberichte

2022, 89 pages, 140 x 124 mm, Slimlinebox, CD-Rom
ISBN 978-3-8007-5959-0, e-book: ISBN 978-3-8007-5960-6
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Content Foreword

Der verstärkte und schnelle Zubau erneuerbarer Energien ist Grundvoraussetzung für die Erreichung der ambitionierten Klimaziele. Somit ist es erklärtes Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien im elektrischen Energieversorgungsnetz so schnell wie möglich zu erhöhen.
Der Zubau erneuerbarer Energien und die Abschaltung von konventionellen Kraftwerken bedeuten für die Regelung und den Betrieb des elektrischen Energieversorgungsnetzes eine große Herausforderung. Die Volatilität der erneuerbaren Energien erschwert die Frequenzhaltung; Speichertechnologien und weitere Flexibilitäten zum Ausgleich der kurzzeitigen und langfristigen Wirkleistungsschwankungen und -defizite sind zu integrieren. Die Einspeisung über Umrichter, die keine inhärente Inertia aufweisen, bedingt neue Konzepte für die Frequenzregelung. Die dezentrale Einspeisung in das Verteilnetz erfordert neue Überlegungen zur Spannungshaltung bzw. zum Blindleistungsmanagement über neuartige Betriebsmittel oder durch die Regelung der Erzeugungsanlagen. Auf der anderen Seite bedingt der Zubau verbraucherferner zentraler Erzeugungsanlagen weiträumige Übertragungen, die eine Höherauslastung des Übertragungsnetzes und den Einsatz von Hochspannungs-Gleichstromübertragungen erfordern. Gleichzeitig ist es ein ökonomisches und ökologisches Bestreben, aber auch eine Anforderung aus Gründen der Akzeptanz, den Netzausbau so gering wie möglich zu halten und die bestehende Infrastruktur so hoch wie möglich auszulasten. Die Höherauslastung der bestehenden Infrastruktur bedeutet aber auch einen Betrieb, der sich in Richtung der Stabilitätsgrenze verschiebt. Damit steigt die Gefahr eines System Splits und Fragen zum Netzwiederaufbau werden dringlicher.
Es gibt vielfältige Ansätze und Forschungsarbeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Tagung gibt einen Einblick in Projekte und Technologien zur erforderlichen Netzregelung und Systemführung eines Systems mit wachsendem Anteil umrichterbasierter Erzeugungsanlagen. Die Transformation des elektrischen Energieversorgungssystems auf Verteilnetz- und Übertragungsnetzebene zu einem nachhaltigen und gleichzeitig stabilen System wird diskutiert. Aber auch Fragen zur Modellierung des elektrischen Energieversorgungsnetzes und Fragen zu Systemdienstleitungen bleiben nicht unbeachtet.
Die Fachtagung steht in der Tradition der ETG-Fachtagungen „Netzregelung und Systemführung" und nimmt den zweijährigen Rhythmus mit dieser Fachtagung in Präsenz wieder auf, nachdem im letzten Jahr coronabedingt nur eine halbtägige Online-Veranstaltung in gekürzter Form stattgefunden hat. Sie richtet sich an alle mit der Netzplanung und dem Netzbetrieb befassten Expertinnen und Experten, an Hersteller innovativer Systemkomponenten und Erzeugungsanlagen, aber auch an Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstitute aus dem Bereich der elektrischen Energietechnik. In einem zweitägigen Format werden interessante Beiträge zur Transformation des elektrischen Energievers
Energietechnische Gesellschaft im VDE (VDE ETG)
Die VDE ETG bündelt im VDE die Fachkompetenz der Elektrischen Energietechnik von der Erzeugung, Übertragung, Verteilung bis hin zu den vielfältigen Anwendungsfeldern in Fachbereichen und Fachausschüssen. Ungefähr 300 Experten aus Industrie, Forschung, Versorgungsunternehmen, Hochschulen und Behörden sind dort ehrenamtlich tätig und bilden damit die technisch-wissenschaftliche Basis für die Aktivitäten der ETG.

VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (VDI/VDE GMA)
Die VDI/VDE GMA ist das nationale Netzwerk der Experten im Fachgebiet der Mess- und Automatisierungstechnik sowie der Optischen Technologien und vertritt die Interessen ihrer etwa 13.000 persönlichen Mitglieder. Die GMA bietet vielfältige Möglichkeiten für den Know-How- und Erfahrungsaustausch im Fachgebiet. Sie pflegt ihre fachliche Arbeit in etwa 65 Fachausschüssen und Gremien.