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2.1.5.4 Dichte, qualifiziertes Grün und sozial brauchbare Straßenräume in der Stadt - Oder: Wie kann Platz zum Leben organisiert werden?

Theiling, Christoph

1999-12

2. Grundlagen des kommunalen Verkehrs

24

25. Ergänzungslieferung

Ordner 1

Aktuelle Stränge der kritischen Diskussion in Architektur, Stadt- und Verkehrsplanung stellen die Leitbilder Dichte und Mischung in den Mittelpunkt. Beide werden als Garanten für städtische Qualitäten betrachtet und zur Lösung von Verkehrsproblemen, Umweltproblemen oder Mobilitätsproblemen propagiert. Sowohl eine 'nachhaltige' Stadt!, eine 'verkehrsvermeidende' Stadt oder auch eine 'frauengerechte' Stadt - um nur drei aktuelle Stränge der Diskussion zu nennen - werden durch dichte Bebauung, Nutzungsmischung und bauliche wie soziale Mischung ausgezeichnet. Neben Dichte und Mischung werden auch noch andere Überlegungen beispielsweise zu veränderten 'Lebensstilen' oder zu 'Entschleunigung' zur Diskussion für lebenswerte Quartiere gestellt. In allen diesen Beiträgen werden gründerzeitliche und ältere Stadtteile und Altstädte als Vorbilder genannt. Gleichzeitig werden die Siedlungen des 'modernen Städtebaus' mit organischer Verkehrserschließung, geringer Baudichte, Monofunktionalität, zu weiten Wegen und starker Automobilorientierung kritisiert. So pointiert diese Kritik in weiten Teilen ist, wird aber das Vorbild des gründerzeitlichen Quartiers häufig nur sehr ungenau oder monofunktional beschrieben. Wichtige Stichworte, wie Parzellierung und Reihung der Bebauung oder Zonierung, Dimensionierung und materielle Ausstattung der Straßen sollen daher in diesem Artikel beschrieben und vor allem auf die daraus resultierenden Qualitäten wie Brauchbarkeit im Alltag, Alterungsfähigkeit, Durchlässigkeit und Wahlmöglichkeit für verschiedene Wege und Anläße interpretiert werden.

Bebauungsplanung, Stadtplanung, Straßengestaltung, Verkehrserschließung, Wohngebiete, innerstädtische, Wohnumfeld