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2.2.2.1 Potenziale des Radverkehrs

Bracher, Tilman

2003-05

2. Grundlagen des kommunalen Verkehrs

32

34. Ergänzungslieferung

Ordner 1

Mit dem im Jahr 2002 verabschiedeten Nationalen Radverkehrsplan soll der Anteil des Radverkehrs deutlich gesteigert und das Verkehrssystem effizient, kostengünstig und im Sinne von Nachhaltigkeit und Verkehrssicherheit entwickelt werden. Das Fahrrad soll als Alternative zum motorisierten Individualverkehr stärker genutzt werden und dadurch die vom Verkehr verursachten Probleme verringern - als Instrument der Klima-, Gesundheits- und Verkehrspolitik, sowie der Stadtentwicklungs-, Regional- und Siedlungspolitik. Radverkehr fördert Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit durch die Vermeidung von Abgasen und Lärm und durch körperliche Bewegung. Die verstärkte Nutzung des Fahrrads kann den im Verkehrssektor erforderlichen Beitrag der Bundesrepublik Deutschland zum Klimaschutz (CO2-Einsparung) leisten. Radverkehr ist effizienter als andere Verkehrsmittel, denn es benötigt weniger Aufwand für Infrastruktur und Betrieb, hat weniger Flächenbedarf und lässt sich städtebaulich besser integrieren. Verkehrspolitik sowie Stadtentwicklung und Raumordnung haben in der Vergangenheit vielfach die Bedingungen für den Radverkehr beeinträchtigt. So hatten die Ausdehnung des Siedlungsgebiets und die Konzentration öffentlicher und privater Einrichtungen die Folge, dass die größeren Distanzen für die Fahrradnutzung weniger geeignet sind. Bestehende Verbindungen für Radfahrer wurden durch Straßen, Bahntrassen, Kanäle und Gewerbegebiete unterbrochen oder verlängert und die Radverkehrsqualität von Strassen durch die Zunahme des Autoverkehrs oder seiner Geschwindigkeiten verschlechtert. Der Radverkehr wird in den meisten Verkehrsprognosen, Bedarfsplänen und Lärmminderungsplänen noch nicht gleichwertig berücksichtigt - weder auf Bundes- und Landesebene noch in den Kommunen. In der Verkehrsplanung gibt es bislang kein allgemein anerkanntes, praktikables und realistisches Verfahren zur Einbeziehung des nichtmotorisierten Verkehrs in Verkehrsmodelle. Auf Fachveranstaltungen wird darüber debattiert, ob und in welchem Umfang die Verkehrsmittelnutzung durch "weiche Maßnahmen" (Erziehung, Information, Kampagnen) und "harte Maßnahmen" (Radverkehrsanlagen, finanzielle Förderung, Restriktionen beim Kfz-Verkehr) am effektivsten verändert werden kann, oder ob beide Ansätze nur gemeinsam funktionieren.

Bike-and-Ride, Entfernungsbereich, Fahrradnutzung, Fahrradverkehr (siehe Radverkehr), Kurzstreckenverkehr, Radverkehrsförderung, Umweltverbund (im Nahverkehr), Verkehrsaufteilung, Verkehrsmittelwahl