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2.4.5.3 Praktische Umsetzung eines Mobilitätsmanagements im Tourismus

Groß, Sven

2006-02

2. Grundlagen des kommunalen Verkehrs

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43. Ergänzungslieferung

Ordner 2

Die Beförderung von Personen ist eines der wichtigsten Elemente im Tourismus, wobei der Verkehr bzw. die Mobilität von Reisenden ähnlich wie Natur, Landschaft, Attraktionen und Städte eine 'Lebensgrundlage' für den Tourismus darstellt. Ein wichtiges Themenfeld aus Sicht von touristischen Destinationen ist die An- und Abreise der Touristen sowie deren Mobilität vor Ort, wobei - auf Grund der hierbei verursachten Verkehrsbelastungen - v. a. die Verkehrsmittelwahl und ihre Beeinflussbarkeit von Interesse sind. Lösungsansätze für eine nachhaltige Bewältigung des tourismusbedingten Verkehrs können an der Verkehrsverlagerung, verträglichen Verkehrsabwicklung und Verkehrsvermeidung ansetzen. Hinweise zur Anwendung dieser Ansätze im touristischen Verkehr sind vermehrt zu finden. Meist werden in Tourismusgemeinden, die sich mit Fragen einer nachhaltigen Verkehrsbewältigung befassen, 'nur' Strategien zur räumlichen Verlagerung des Pkw-Verkehrs aus den Kernbereichen (Ortsumfahrungen), zur Konzentration des ruhenden Verkehrs auf Auffangparkplätze und weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Förderung von ÖV-Systemen (Shuttle/Gästebus) aufgelegt. Darüber hinaus konzentrieren sich die bekannten Beispiele auf Strategien zur Verlagerung des An- und Abreiseverkehrs von der Straße auf den Umweltverbund. Eine ganzheitliche Betrachtung, in der u. a. auch die Anforderungen von Reisenden einbezogen werden, die z. B. mit dem Rad, per Pedes, mit dem Pferd oder Kanu/Kajak unterwegs sind und eigenständige touristische Angebotsformen darstellen, sowie Überlegungen angestellt werden, wie die gesamte Reisekette (vom Quellgebiet über den Transferraum zum Zielgebiet) einzubeziehen ist, sind (bisher noch) selten zu finden. Das Dilemma der heutigen Situation besteht daher v. a. darin, dass Maßnahmen und Ansätze existieren, die tourismusbedingten Verkehrsprobleme anzugehen, es jedoch auf Grund einer nicht vorhandenen Gesamtkonzeption mit integrativer Anwendung der Einzelmaßnahmen nur zu einer unzureichenden Problemlösung kommt.

An- und Abreise, Freizeitverkehr, Mobilitätsdienstleistung, Mobilitätsmanagement, Mobilitätsprodukte, Mobilitätsservice, Mobilitätszentrale, Reisekette, Tourismus, Urlaubsverkehr