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2.5.7.1 Der Einfluss der Verkehrsmittel auf Städtebau und Stadtstruktur

Apel, Dieter

2003-08

2. Grundlagen des kommunalen Verkehrs

16

35. Ergänzungslieferung

Ordner 2

Die Geschichte der Stadt ist u.a. wesentlich durch den Entwicklungsstand von Verkehrsmitteln bestimmt worden. In der Verkehrsplanungs-Literatur wird diese Abhängigkeit hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der flächenmäßigen Ausdehnung der Stadt beleuchtet. Unter der Prämisse eines maximalen Zeitaufwands von rund 30 Minuten für Wege vom Stadtrand zur Stadtmitte konnte die "Fußgängerstadt" nur einen Luftlinienradius von rund 2 km umfassen (Leibbrand 1980). Tatsächlich haben die Weltstädte des Altertums, des Mittelalters und der frühen Neuzeit (wie Babyion, Athen, Syrakus, Rom, Karthago, Alexandria, Byzanz, Peking, Paris und London) eine solche räumliche Ausdehnung nicht wesentlich überschritten. Erst mit dem Obsolet werden der Stadtmauern und der Entwicklung der Eisenbahnen und Straßenbahnen wurde die Ausdehnungsmöglichkeit der Städte in ungeahnter Weise erweitert und ein bislang unbekanntes Wachstum im Zuge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ermöglicht. Die elektrische Straßenbahn ermöglichte einen Radius der Stadtfläche bis um 7 km, die elektrische Stadtschnellbahn eine Ausdehnung entlang von Bahnstrecken bis zu 20 km.

Aufenthaltsfunktion einer Straße, Autoverkehr, Flächenbedarf, Flächeninanspruchnahme, Fußgängerverkehr, Motorisierung, Siedlungsstruktur, Städtebauliche Auswirkungen des Verkehrs, Stadtstraße, Straßenraum, Verkehrsaufwand, Verkehrsmittelwahl