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3.3.1.1 Grundlagen der Fußverkehrsplanung

Bräuer, Dirk; Schmitz, Andreas

2004-03

3. Verkehrspolitik, Verkehrsplanung, Verkehrssysteme, Verkehrsgestaltung

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37. Ergänzungslieferung

Ordner 2

Zufußgehen in der Stadt heißt mobil sein im Nahbereich; Fußverkehr ist Nahmobiltät. Die Planung und der Entwurf von Anlagen für den Fußverkehr haben zum Ziel, die Mobilität zu sichern und das Zufußgehen attraktiver zu gestalten. Räumlich-städtebauliche Entwicklungen haben einen großen Einfluss auf die Bedingungen für das Zufußgehen. Eine Grundanforderung ist, Stadtstrukturen zu fördern, auszubauen und zu entwickeln, die sich gut mit dem Stichwort "Stadt der kurzen Wege" beschreiben lassen. Gefördert werden kann dies nur durch eine intensive Nutzungsmischung und kurze Distanzen zwischen den verschiedenen Lebensbereichen wie zum Beispiel dem Wohnen, Arbeiten und Einkaufen. Fehlen der "Laden an der Ecke", die Poststelle oder ein Kino, Parks und Spielplätze in der Nähe der Wohnungen, haben Menschen weniger Grund, zu Fuß zu gehen. Der Alltag wird strukturiert und geprägt durch das Bewältigen größerer Entfernungen, bei denen die Füße der Erwachsenen bestenfalls dafür taugen, das Auto oder die nächste Haltestelle zu erreichen oder in der Freizeit ein wenig spazieren zu gehen. Der, zumindest bislang, ungebrochene Trend zur Suburbanisierung, also dem zunehmenden Verlassen städtischer, kompakter Strukturen zu Gunsten von Wohnungen in den Randbereichen und im ländlichen Raum läuft einer Verbesserung der Bedingungen für das Zufußgehen eher entgegen. Städtische Strukturen lösen sich aufund entleeren sich. Je größer die für die alltäglichen Wege zurückzulegenden Distanzen sind, desto weniger können diese zu Fuß bewältigt werden. Auch das Einkaufen in großen Centern auf der so genannten "grünen Wiese" führt dazu, dass im Stadtteil weniger oft zu Fuß gegangen wird.

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