Cover DIN EN 62021-3 VDE 0370-35:2015-05
größer

DIN EN 62021-3 VDE 0370-35:2015-05

Isolierflüssigkeiten – Bestimmung des Säuregehaltes

Teil 3: Prüfverfahren für Isolieröle auf Nichtmineralölbasis

(IEC 62021-3:2014); Deutsche Fassung EN 62021-3:2014
Art/Status: Norm, gültig
Ausgabedatum: 2015-05
VDE-Artnr.: 0300055

Inhaltsverzeichnis

Der vorliegende Teil 3 der Internationalen Norm IEC 62021 beschreibt zwei Verfahren zur Bestimmung des Säuregehaltes ungebrauchter und gebrauchter Isolieröle auf Nichtmineralölbasis für elektrotechnische Anwendung. Bei Verfahren A handelt es sich um potentiometrische Titration, bei Verfahren B um kolorimetrische Titration.
In ungebrauchten und gebrauchten Isolierölen auf Nichtmineralölbasis sind die in Betracht kommenden Bestandteile mit sauren Eigenschaften organische Säuren, phenolische Verbindungen, einige Oxidationsprodukte, Harze, metallorganische Salze und Additive.
Die Verfahren können verwendet werden, um relative Veränderungen anzuzeigen, die in einem Isolieröl auf Nichtmineralölbasis während seiner Verwendung unter oxidierenden Bedingungen auftreten können, ohne Rücksicht auf seine Farbe oder andere Eigenschaften des sich daraus ergebenden Nichtmineralöls.
Der Säuregehalt kann als Maßeinheit in der Qualitätskontrolle für ungebrauchte Nichtmineralöle verwendet werden.
Da eine Vielzahl von Oxidationsprodukten, die in gebrauchtem Nichtmineralöl vorhanden sind, zum Säuregehalt beitragen und diese Produkte sich in ihren korrosiven Eigenschaften stark unterscheiden, kann dieses Verfahren nicht dazu verwendet werden, die Korrosivität eines Nichtmineralöles unter Betriebsbedingungen vorherzubestimmen.
Die nach dem potentiometrischen Verfahren erhaltenen Ergebnisse für den Säuregehalt können oder können nicht numerisch die gleichen sein, wie sie mit dem kolorimetrischen Verfahren erhalten werden, aber sie bewegen sich im Allgemeinen in der gleichen Größenordnung.
Jede säure-basierte Titration kann im Prinzip potentiometrisch ausgeführt werden. Eine Probe der Isolierflüssigkeit wird in einem Lösungsmittel gelöst und potentiometrisch mit einer alkoholischen Kaliumhydroxidlösung unter Verwendung einer Glaselektrode und einer Referenzelektrode titriert. Die Potentialdifferenz (die als pH-Wert nach der Kalibrierung ausgedrückt werden kann) wird während der sukzessiven Zugabe von bekannten Mengen alkoholischer Kaliumhydroxidlösung gemessen.
Für die kolorimetrische Titration wird die Prüfmenge in einem spezifizierten Lösemittel gelöst und kolorimetrisch mit alkoholischer Kaliumhydroxid-Lösung auf eine spezifizierte Farbe unter Verwendung von Alkaliblau-6B-Indikator titriert.