Cover DIN EN IEC 62631-3-11 VDE 0307-3-11:2018-09
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DIN EN IEC 62631-3-11 VDE 0307-3-11:2018-09

Dielektrische und resistive Eigenschaften fester Isolierstoffe

Teil 3-11: Bestimmung resistiver Eigenschaften (Gleichspannungsverfahren) - Durchgangswiderstand und spezifischer Durchgangswiderstand – Verfahren für Tränk- und Beschichtungsstoffe

(IEC 62631-3-11:2018); Deutsche Fassung EN IEC 62631-3-11:2018
Art/Status: Norm, gültig
Ausgabedatum: 2018-09
VDE-Artnr.: 0300098

Inhaltsverzeichnis

Diese Internationale Norm behandelt das Prüfverfahren zur Bestimmung des Durchgangswiderstandes und spezifischen Durchgangswiderstandes von elektrischen Isolierstoffen durch Anlegen einer Gleichspannung. Dieser Teil der Normenreihe IEC 62631-3 konzentriert sich auf das Verfahren zur Imprägnierung und Beschichtung von Werkstoffen.
Isolierstoffe werden gemeinhin zur elektrischen Isolation von Komponenten eines elektrischen Systems verwendet, und zwar sowohl untereinander als auch gegen Erde. Feste Isolierstoffe können zusätzlich eine mechanische Unterstützung gewährleisten.
Für diese Zwecke ist es im Allgemeinen erwünscht, dass der Isolationswiderstand so hoch wie möglich ist - einhergehend mit akzeptablen mechanischen und chemischen Eigenschaften sowie einer hinreichenden Temperaturbeständigkeit. Der Durchgangswiderstand ist ein Teil des Isolationswiderstandes.
Der spezifische Durchgangswiderstand kann bei der Auswahl eines Isolierstoffs für eine bestimmte Anwendung hilfreich sein. Die Änderung des spezifischen Durchgangswiderstandes in Abhängigkeit von Temperatur und Feuchtigkeit kann erheblich sein und muss bekannt sein, wenn für Anwendungsbedingungen konstruiert wird.
Der vorliegende Teil der IEC 62631 behandelt das Prüfverfahren zur Bestimmung des Durchgangswiderstandes und spezifischen Durchgangswiderstandes von elektrischen Isolierstoffen durch Anlegen einer Gleichspannung. Berücksichtigt werden die in
IEC 60455-3-5, IEC 60464-3-1 und IEC 60464-3-2 beschriebenen Werkstoffe und ähnliche Produkte.
Die diese Prüfung betreffenden Werkstoffe werden zum Imprägnieren und Beschichten von Spulen aus lackisolierten Kupfer oder Aluminiumdraht verwendet, um die Spulen zu fixieren sowie vor Feuchtigkeit, Schmutz und anderen Umgebungseinflüssen zu schützen. Die hauptsächlichen Praxisanwendungen sind Elektromotoren, Transformatoren und ähnliche Geräte.
Eine zusätzliche elektrische Isolierung ist wünschenswert, aber nicht notwendig. In vielen Fällen sind mechanische Stützung sowie thermische und chemische Beständigkeit wichtiger. Insbesondere die temperatur- und/oder feuchtebedingten Änderungen des spezifischen Widerstands sind von großer Bedeutung und müssen bei der Auslegung eines Motors für die Betriebsbedingungen bekannt sein.
Wenn zwischen Elektroden, die in Kontakt mit einem Probekörper stehen, eine Gleichspannung angelegt wird, nimmt der durch den Probekörper fließende Strom in Richtung eines Beharrungswertes asymptotisch ab. Die zeitliche Abnahme der Stromstärke kann durch dielektrische Polarisation und Verschiebung der mobilen Ionen zu den Elektroden verursacht werden. Bei Werkstoffen mit einem spezifischen Durchgangswiderstand von weniger als etwa 10<(hoch)> m wird der Beharrungszustand im Allgemeinen innerhalb von 1 min erreicht und der Widerstand nach dieser Elektrisierungsdauer bestimmt.
Bei Werkstoffen mit höherem spezifischem Durchgangswiderstand kann die Stromstärke für mehrere Minuten, Stunden, Tage oder sogar Wochen weiter abnehmen. Das Ergebnis wird jedoch nach einer Minute ermittelt.