Cover E DIN EN IEC 62217 VDE 0674-251:2020-07
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E DIN EN IEC 62217 VDE 0674-251:2020-07

Hochspannungs-Polymerisolatoren für Innenraum- und Freiluftanwendung

Allgemeine Begriffe, Prüfverfahren und Annahmekriterien

(IEC 36/475/CD:2019); Text Deutsch und Englisch
Art/Status: Norm-Entwurf, gültig
Ausgabedatum: 2020-07   Erscheinungsdatum: 2020-06-12
VDE-Artnr.: 1600317
Ende der Einspruchsfrist: 2020-08-12

Polymerisolatoren bestehen entweder aus einem Isolierstoff (Gießharzisolatoren) oder aus zwei oder mehr Isolierstoffen (Verbundisolatoren). Die Isolierstoffe sind im Allgemeinen vernetzte organische Werkstoffe, die synthetisch aus Kohlenstoff oder Silizium hergestellt werden und den Isolierkörper bilden. Isolierstoffe können aus organischen Stoffen mit verschiedenen anorganischen und organischen Bestandteilen wie Füllstoffen und Verstärkungsstoffen bestehen. An den Enden des Isolierkörpers werden oft Endarmaturen zur Übertragung mechanischer Lasten eingesetzt. Trotz dieser gemeinsamen Merkmale können die von verschiedenen Herstellern verwendeten Werkstoffe und Einzelheiten der Konstruktion sehr unterschiedlich sein. Zuständig ist das DKE/K 451 "Isolatoren" der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.

Gegenüber DIN EN 62217 (VDE 0441-1000):2013-07 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Der Anwendungsbereich der Norm ist so festgelegt, dass er Vollkern-, Hohlkern- und Gießharzisolatoren umfasst, die sowohl für Wechselstrom- als auch für Gleichstromnetze in Innenraum- und
Freiluftanwendungen von Hochspannungs-Freileitungen und Stationen verwendet werden; Hybrid-Isolatoren mit Keramikkern und einer polymeren Schirmhülle sind ebenfalls enthalten, während beschichtete Isolatoren (z. B. mit bei Raumtemperatur vernetzenden (RTV)
Silikonkautschukbeschichtungen) in dieser Norm nicht berücksichtigt werden.
b) Die Steilstoßspannungsprüfung wird geändert, um unerwünschte Überschläge zwischen den Leitern der Elektroden zu verhindern.
c) Unterschiede zwischen Materialien mit Hydrophobietransfer (HTM) und Materialien ohne Hydrophobietransfer (nicht-HTM) als Werkstoffe für Schirmhüllen werden festgelegt und entsprechende Prüfverfahren und Annahmekriterien für Polymerisolatoren mit HTM-Schirmhülle werden neu eingeführt.
d) Die bisherige Wasserdiffusionsprüfung an Kernwerkstoffen mit oder ohne Schirmhülle wird in zwei Prüfungen aufgeteilt. Eine Prüfung erfolgt an Kernwerkstoffen ohne Schirmhülle, die andere Prüfung an Kernwerkstoffen mit Schirmhülle. Die Annahmekriterien werden geändert.
e) Die Spannungskorrosionsprüfung für Kernwerkstoffe wird neu eingeführt.
f) Anhang B fasst die Anwendung der Prüfungen zur Bewertung der Qualität von Grenzflächen und Verbindungen von Endarmaturen, Schirmhüllen- und Kernwerkstoffen zusammen.
g) Anhang D wird eingeführt, um die Notwendigkeit der Steuerung des elektrischen Feldes von Polymerisolatoren für Wechselspannung hervorzuheben. Die Steuerung des elektrischen Feldes von Polymerisolatoren für Gleichspannung ist noch in Beratung.