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E DIN EN IEC 60127-8/A1 VDE 0820-8/A1:2022-09

Geräteschutzsicherungen

Teil 8: Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz

(IEC 32C/593/CD:2020); Text Deutsch und Englisch
Art/Status: Norm-Entwurf, gültig
Ausgabedatum: 2022-09   Erscheinungsdatum: 2022-08-26
VDE-Artnr.: 1800590
Ende der Einspruchsfrist: 2022-10-26

Dieser Teil von IEC 60127 gilt für Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz mit einer Bemessungs- spannung von 500 V AC und/oder 500 V DC für gedruckte Schaltungen und andere Trägermaterialien, die zum Schutz von üblicherweise für den Gebrauch in Innenräumen bestimmten elektrischen Geräten, elektronischen Ausrüstungen und Teilen derselben dienen.
Die Hersteller von Sicherungswiderständen für Teilbereichsschutz müssen eigenverantwortlich sicherstellen, dass ihre Produkte den Anforderungen der Widerstandsnormen IEC 60115-1, IEC 60115-4-101 und IEC 60115-4-1021 entsprechen.
Dieses Dokument gilt zusätzlich zu den Anforderungen nach IEC 60127-1.
Der Zweck dieses Dokuments ist,
a) einheitliche Anforderungen für Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz festzulegen, um Geräte oder Teile von Geräten in möglichst wirksamer Weise schützen zu können;
b) die Wirkungsweise der Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz so festzulegen, dass sie den Herstellern von elektrischen Geräten und elektronischen Ausrüstungen als Richtlinie dienen kann und sichergestellt ist, dass für den Ersatzbedarf Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz entsprechender Maße und Charakteristiken zur Verfügung stehen;
c) einheitliche Prüfverfahren für Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz festzulegen, um die vom Hersteller getroffenen Festlegungen (z. B. die Bemessungsbelastbarkeit, die Auslöse-Charakteristik und das Bemessungsausschaltvermögen) überprüfen zu können.
Dieses Dokument gilt nicht für Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz, die unter besonderen Bedingungen wie korrosiver oder explosiver Atmosphäre verwendet werden.
Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz sind nicht dafür vorgesehen, vom Endnutzer eines elektrischen/elektronischen Geräts ausgetauscht zu werden.
In den letzten Jahren ist in Anwendungen der Elektronik ein zunehmender Einsatz von sogenannten "Sicherungswiderständen" zu verzeichnen. Dabei hat sich jedoch die irreführende Bezeichnung "Sicherungswiderstand" auf dem Markt etabliert. Die eigentliche Funktion eines Sicherungswiderstandes ist die eines Widerstandes in einem elektrischen oder elektronischen Schaltkreis. Erst bei einer Überlastung mit einem Vielfachen der Bemessungsbelastbarkeit können Sicherungswiderstände den elektrischen Stromfluss unterbrechen. In einem weiten Bereich zwischen der Bemessungsbelastbarkeit und der vom Hersteller festgelegten Ausschaltverlustleistung verfügen Sicherungswiderstände über eine mangelhafte oder keine Schutzfunktion. Bei falscher Dimensionierung und bei unangemessenem Einsatz in einer Anwendung kann dies zu einer potenziellen Brandgefahr führen.
Sicherungswiderstände zeigen nur in einem Teilbereich die Funktion einer Sicherung und müssen daher aus technischer Sicht als "Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz" bezeichnet werden.
Sicherungswiderstände für Teilbereichsschutz können also hohe Kurzschlussströme sicher abschalten, jedoch keine Überlastströme.
Aus Sicherheitsgründen dürfen sie daher nur begleitend mit einem Überlastschutzorgan, also einer echten Sicherung, verwendet werden, wenn in der Anwendung Überlastströme nicht auszuschließen sind.