Zur Bewertung und Akzeptanz von neuen Technologien im Alter: Empirische Befunde des Projekts “S-Mobil 100”

Konferenz: Wohnen – Pflege – Teilhabe – „Besser leben durch Technik“ - 7. Deutscher AAL-Kongress mit Ausstellung
21.01.2014 - 22.01.2014 in Berlin, Deutschland

Tagungsband: Wohnen – Pflege – Teilhabe "Besser leben durch Technik"

Seiten: 5Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Beil, Judith; Kruse, Andreas (Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg, Deutschland)
Cihlar, Volker (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden, Deutschland)
Stein, Martin; Meurer, Johanna (Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien, Siegen, Deutschland)

Inhalt:
In der Gerontologie wird den Einsatzmöglichkeiten von Technik im Alter seit einigen Jahren verstärkte Aufmerksamkeit entgegengebracht. Neue technische Geräte sind einerseits in der Lage altersbedingte Einschränkungen zu kompensieren; zum anderen eröffnen sie aber auch neue Potenziale für ein selbstständiges, selbstverantwortliches und mitverantwortliches Leben im Alter, indem sie beispielsweise Selbstständigkeit, gesellschaftliche Partizipation oder Mobilität erhalten und fördern. Ziel des interdisziplinären Projektes „S-Mobil 100“ ist es, bestehende Mobilitätsbarrieren zu minimieren und die Mobilität älterer Menschen mithilfe eines innovativen technischen Assistenzsystems - der so genannten Mobilitätsplattform - zu unterstützen. Im Rahmen einer quantitativen empirischen Vorstudie wurden Techniknutzung, -erfahrung, -einstellung und -bereitschaft sowie Akzeptanz der Mobilitätsplattform bei verschiedenen Alterskohorten untersucht. Die Stichprobe bildeten 358 Personen im Alter zwischen 40 und 90 Jahren (M=61,18; SD=12,02). Wie die Ergebnisse zeigen, besteht im Hinblick auf neue Technologien wie Computer, Internet und Smartphone noch immer eine „digitale Kluft“ zwischen jüngeren und älteren Personen. Die Technikeinstellung der Befragten in der Ge-samtstichprobe fiel insgesamt betrachtet recht positiv aus; diesbezüglich ließen sich kaum signifikante Altersgruppen-unterschiede feststellen. Es zeigte sich, dass die älteren Kohorten erwartungsgemäß weniger Technikerfahrung besaßen als die jüngeren Kohorten. Auch Technikbereitschaft war wie erwartet negativ mit dem Alter korreliert. Die im Rahmen des Projekts konzipierte Mobilitätsplattform stieß in der Gesamtstichprobe auf eine hohe Akzeptanz. Zwar fiel diese in den älteren Altersgruppen etwas schwächer aus, dennoch zeigten sich auch die älteren Befragten aufgeschlossen gegen-über diesem IKT basierten Mobilitätsassistenzsystems.