Forschung und alltägliche Praxis - Erfahrungen beim Aufbau eines realweltlichen Testbeds zur Erprobung neuer Mobilitätskonzepte

Konferenz: Wohnen – Pflege – Teilhabe – „Besser leben durch Technik“ - 7. Deutscher AAL-Kongress mit Ausstellung
21.01.2014 - 22.01.2014 in Berlin, Deutschland

Tagungsband: Wohnen – Pflege – Teilhabe "Besser leben durch Technik"

Seiten: 10Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Stein, Martin; Meurer, Johanna; Wulf, Volker (Universität Siegen, Wirtschaftsinformatik und Neue Medien, Deutschland)
Beil, Judith (Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg, Deutschland)

Inhalt:
„Living Labs" haben sich in den letzten Jahren zu einer in der AAL-Forschung etablierten Forschungsmethodik entwickelt. Sie bieten einen sehr engen Austausch zwischen Forschern, Entwicklern, Nutzern und allen weiteren Interessensgruppen. Gerade im Fall von älteren Nutzern ist aber dieser enge Austausch eine große Herausforderung und bedarf eines langen Aufbauprozesses, der der eigentlichen Forschung und Entwicklung vorausgehen muss. Hierbei muss sichergestellt werden, dass die Nutzer, Forscher und alle Interessensgruppen entsprechend ihrer Kenntnisse und ihres Partizipationswillens eingebunden und miteinander vernetzt und damit in Austausch gebracht werden. Hierbei sind vor allem die herrschenden sozialen Strukturen zu beachten, jedoch stellen auch diverse finanzielle, technische und organisatorische Gegebenheiten die Zusammenarbeit vor eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Dieser Beitrag soll dazu dienen, Erfahrung aus dem Aufbau eines Living Labs im Projekt S-Mobil 100 zu reflektieren. Es wurden 19 Teilnehmer ausgewählt, aktiv an der Gestaltung einer Mobilitätsplattform zur Integration verschiedener Transportdienste mit zu konzipieren, zu gestalten und zu testen. Dabei wurde schnell deutlich, dass es im Vergleich zu anderen Generationen notwendig ist, die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten von neuer Technologie der älteren Generation erst zu eröffnen. Es folgte der schrittweise Aufbau von Techniknutzungskompetenz um zum einen die Teilnehmer dazu zu befähigen, die Geräte selbstständig nutzen zu können, aber zum anderem vor allem die Teilnehmer in die Lage zu versetzen die möglichen Entwicklungen kritisch zu reflektieren und sich konstruktiv in PD-Workshops einbringen zu können. Diese sollen vor allem dazu dienen, Technologieentwicklung nicht defizitorientiert und stigmatisierend auszurichten, sondern vielmehr neue Technologie mit Hilfe der Nutzer so zu gestalten, dass sie als Brücke genutzt werden kann.