Analyse von Auffahrunfällen im Hinblick auf Anforderungen an innovative Heckleuchten

Konferenz: AmE 2016 – Automotive meets Electronics - 7. GMM-Fachtagung
01.03.2016 - 02.03.2016 in Dortmund, Deutschland

Tagungsband: GMM-Fb. 85: AmE 2016

Seiten: 6Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Mennig, Isis (AUDI AG, 85045 Ingolstadt, Deutschland)

Inhalt:
Die Automobilindustrie ist ständig auf der Suche nach Innovationen für zukünftige Fahrzeuggenerationen, denn neue Technologien führen kontinuierlich zur Verbesserung der Fahrzeugsicherheit und des Kundenerlebnisses. Im Entwicklungsprozess müssen dabei auch die Anforderungen des Nutzers einbezogen werden. Diese Nutzeranforderungen können vielfältiger Natur sein und sich unter anderem auf Sicherheits- oder Komfortaspekte oder auf das Design und die Gestaltung einzelner Fahrzeugkomponenten beziehen. Darüber hinaus müssen aktuelle gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden. Forschungsergebnisse aus Australien und den USA zeigen, dass Auffahrunfälle etwa ein Drittel aller polizeilich erfassten Unfälle ausmachen. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, basierend auf einer Analyse der GIDAS-Datenbank, die Entstehung von Auffahrunfällen mit Personenschaden zu untersuchen und objektive Sicherheitsanforderungen an innovative Heckleuchten zu ermitteln. Die Analyse mittels Unfalldatenbank und Literaturrecherche zeigte, dass die Hauptunfallursachen von Auffahrunfällen eine nicht angepasste Geschwindigkeit, ein zu geringer Abstand und eine mangelnde Aufmerksamkeit des Hinterherfahrenden sind. Dabei wirken insbesondere ein erhöhtes Verkehrsaufkommen sowie hohe kognitive Anforderungen als bedeutsame Risikofaktoren für Auffahrunfälle. Es gibt keine Hinweise auf die Rolle der Erkennbarkeit von Heckleuchten bei der Entstehung von Auffahrunfällen. Ein indirekter Einfluss auf die Unfallauslösung über die Entfernungs- und Geschwindigkeitsschätzung bleibt jedoch nicht auszuschließen. Entscheidend für eine adäquate Wahrnehmung der Signale einer Heckleuchte ist vielmehr eine richtige Aufmerksamkeitsverteilung und die damit einhergehende Fokussierung der Informationsquelle. Neuartige Funktionen in zukünftigen Heckleuchten können dabei vielversprechende Maßnahmen zur Unfallvermeidung sein. Es werden Konzepte diskutiert, welche eine verbesserte Geschwindigkeits- und Abstandseinschätzung ermöglichen und das Abstandsverhalten positiv beeinflussen sollen. Dynamische Lichtfunktionen in Heckleuchten könnten gezielt zur Aufmerksamkeitssteuerung genutzt werden, um kritische Situationen im Hinblick auf potenzielle Auffahrunfälle zu vermeiden.