Netzfehler, Sternpunktsbehandlung und globales Erdungssystem

Konferenz: STE 2016 – Sternpunktbehandlung in Netzen bis 110 kV (D-A-CH) - 4. ETG-Fachtagung
21.02.2017 - 22.02.2017 in Aschaffenburg, Deutschland

Tagungsband: ETG-Fb. 151: STE 2017

Seiten: 5Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Fickert, Lothar; Mallits, Thomas; Hufnagl, Elisabeth; Schmautzer, Ernst (Technische Universität Graz, Österreich)

Inhalt:
Bedingt durch zunehmende Verkabelung, die Alterung der Betriebsmittel und der markante Anstieg des Doppelerdschlussgeschehens rückt die Frage nach einer optimalen Sternpunktbehandlung in den Fokus des Netzausbaus. Beim Übergang vom gelöschten Betrieb zu stromstarken Ortungsverfahren (KNOSPE, KNOPE, NOSPE) gewinnen Fragen der Personensicherheit (erhöhte Trichterspannungen – EPR – und ggf. deren Verschleppung in Niederspannungsnetze) an Aktualität. Die entsprechenden Nachweise der Personensicherheit im Erdfehlerfall stellen eine Herausforderung dar, außer bei Vorhandensein eines globalen Erdungssystems, bei welchem definitionsgemäß keine gefährlichen Berührungsspannungen auftreten. Netzversuche in Mittelspannungs-Kabelnetzen haben gezeigt, dass bei einem einpoligen Fehlerstrom IF,1pol von 1 kA meist Schritt-und Berührungsspannungen von weniger als 30 Volt auftreten. Eine detaillierte Analyse der Ergebnisse der Versuche zeigt, dass bei Vorhandensein von beidseitig geerdeten Kabelschirmen bzw. Begleiterdern durch die induktive Verkopplung des fehlerstrombehafteten Leiters mit den Kabelschirmen und Begleiterdern nur ein geringer Prozentsatz des einpoligen Fehlerstroms tatsächlich in das Erdreich abgeleitet wird und dort einen Potenzialtrichter bzw. Berührungs- und Schrittspannungen verursacht. Die Grundlagen zur Beurteilung globaler Erdungsnetze werden durch Risikobetrachtungen gemäß BS EN 50522:2110 ergänzt.