Erdkurzschlussversuch in einem niederohmig geerdeten Netz – Erwartete und unerwartete Ergebnisse

Konferenz: STE 2016 – Sternpunktbehandlung in Netzen bis 110 kV (D-A-CH) - 4. ETG-Fachtagung
21.02.2017 - 22.02.2017 in Aschaffenburg, Deutschland

Tagungsband: ETG-Fb. 151: STE 2017

Seiten: 4Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Höne, Stefan; Ettinger, Andreas; Schmidt, Steffen (Siemens AG, Erlangen, Deutschland)
Schuster, Rudolf; Greiter, Josef (VWEW GmbH, Kaufbeuren, Deutschland)

Inhalt:
Insbesondere bei der Umstellung der Sternpunktbehandlung empfiehlt sich die Durchführung eines Erdkurzschlussversuches. Dadurch kann unter anderem die Auslegung, Montage und Inbetriebnahme von Betriebsmitteln als auch das Ansprechverhalten der Schutzgeräte unter weitgehend realen Umgebungsbedingungen untersucht und überprüft werden. Im Teilnetz Mindelheim der VWEW GmbH wurde nach erfolgreicher Umstellung von Resonanzsternpunkterdung auf niederohmige Sternpunkterdung ein Erdkurzschlussversuch durchgeführt. Für die Dauer des Versuchs wurden alle Verbraucher durch ein benachbartes Teilnetz der LEW Verteilnetz GmbH versorgt, welches mit Resonanzsternpunkterdung betrieben wird. Für den in ca. 8 km Entfernung vom Umspannwerk simulierten Erdkurzschluss stellte sich der erwartete Erdkurzschlussstrom ein. Damit konnte die Auslegung der niederohmigen Sternpunkterdung bestätigt werden. Auch das Schutzkonzept und die gewählten Schutzeinstellwerte konnten bestätigt werden: der Erdkurzschluss wurde selektiv abgeschaltet und alle Schutzgeräte im Kurzschlusspfad regten ordnungsgemäß an. Darüber hinaus kam es jedoch zu Meldungen der Verlagerungsspannungen und zu einer Schutzanregung im galvanisch getrennten Nachbarnetz. Als Ursache für die zunächst nicht erwarteten Effekte konnte eine induktive Kopplung zwischen parallel verlegten Kabeln der beiden mit unterschiedlicher Sternpunktbehandlung betriebenen Netze rechnerisch nachgewiesen werden.