Praxis-Erfahrungen mit der Erdung der erdschlussbetroffenen Phase

Konferenz: STE 2016 – Sternpunktbehandlung in Netzen bis 110 kV (D-A-CH) - 4. ETG-Fachtagung
21.02.2017 - 22.02.2017 in Aschaffenburg, Deutschland

Tagungsband: ETG-Fb. 151: STE 2017

Seiten: 4Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Vancata, Petr; Zak, Frantisek (EGE, spol. s. r..o., Ceske Budejovice, CZ)
Vanek, Roman (CEZ Distribuce, a.s., Ostrava, CZ)

Inhalt:
Wegen des Ausbaus und der zunehmenden Verkabelung der Verteilnetze suchen viele Netzbetreiber im Falle eines Erdschlusses Möglichkeiten zur Reststromreduktion. Seit "Herrn Petersens Zeiten" gilt die wichtigste Maßnahme für die Reduktion des Erdschlussreststroms, nämlich die Löschspule sehr nah zum Resonanzpunkt einzustellen. Die früher angewandte Verstimmung +10 % verursacht in einem heute üblichen Netz mit dem kapazitiven Erdstrom über 500 A unnötig große Werte des Reststromes. Aber die Verstimmung ist nicht der einzige Parameter, der den Erdschlussreststromwert beeinflusst. Die Löschspule selbst kann den Wirkreststrom und die Oberwellenanteile nicht reduzieren. Eine weitere Erhöhung des Reststromes verursachen während der Suche des dauernden Erdschlusses die Netzumschaltungen. Der Beitrag stellt die Erfahrungen mit einer der prinzipiell einfachsten Möglichkeiten zur weiteren Reduktion des Reststromes vor, nämlich die bewusste, kontrollierte Erdung der erdschlussbetroffenen Phase zum Erdungssystem in der Schaltanlage. Der Beitrag beschreibt verschiedene Varianten des Systems der Erdung der erdschlussbetroffenen Phase, die seit den letzten Jahren in Tschechien im Betrieb sind. Zurzeit arbeiten bei drei Netzbetreiber sechs Systeme mit fünf Varianten. Die Vor- und Nachteile einzelner Ausführungen werden im Beitrag diskutiert. Die Versuche während der Inbetriebnahme und folgende Betriebs-Erfahrungen zeigen, dass die Erdung der erdschluss-betroffenen Phase für den Netzbetreiber sinnvoll ist.