Unsymmetrie erdschlusskompensierter 110-kV-Freileitungsnetze insbesondere durch Mitnahme auf 380-kV-Masten

Konferenz: STE 2016 – Sternpunktbehandlung in Netzen bis 110 kV (D-A-CH) - 4. ETG-Fachtagung
21.02.2017 - 22.02.2017 in Aschaffenburg, Deutschland

Tagungsband: ETG-Fb. 151: STE 2017

Seiten: 5Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Schmidt, Steffen (Siemens AG Erlangen, Deutschland)
Schwarz, Jan; Krull, Dittmar; Ernst, Torsten (Avacon AG, Helmstedt, Deutschland)

Inhalt:
Für ein mit Erdschlusskompensation betriebenes 110-kV-Netz wurden Berechnungen der kapazitiven Unsymmetrie durchgeführt. Ziel war es, die Ursachen für hohe Verlagerungsspannungen und ungleiche Leiter-Erde-Spannungen zu finden. Die Berechnungen zeigen, dass kapazitive Einkopplungen aus 380-kV-Systemen bei Mitnahme von 110-kVLeitungen die wesentliche Ursache der Unsymmetrie sind. In Abhängigkeit von der Leiteranordnung der 380-kVSysteme, der Größe des 110-kV-Netzes und weiteren Faktoren können schon Mitnahmeabschnitte von wenigen Kilometern Länge zu unzulässigen Einkopplungen führen. Diese können nur durch Verdrillung der 380-kV-Systeme beseitigt werden. Im Zuge des wegen der zunehmenden Einspeisung durch regenerative Energieerzeuger notwendigen Netzausbaus ist verstärkt mit Bündelung von 380-kV- und 110-kV-Systemen auf einem Mast zu rechnen. Für solche zukünftigen Mitnahmen wird eine Untersuchung der Auswirkung auf die Unsymmetrie erdschlusskompensierter 110-kV-Netze oder ein pauschale Verdrillung der 380-kV-Systeme im Mitnahmeabschnitt empfohlen.