EMV-Normung von Wireless Power Transfer (WPT) Systemen

Konferenz: Elektromagnetische Verträglichkeit in der Kfz-Technik - 7. GMM-Fachtagung
20.09.2017 - 21.09.2017 in Wolfsburg, Deutschland

Tagungsband: GMM-Fb. 88: Elektromagnetische Verträglichkeit in der Kfz-Technik

Seiten: 10Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Baerenfaenger, Jörg; Maarleveld, Marc (EMC Test NRW GmbH, Deutschland)
Cuartielles, Diego (Audi AG, Deutschland)
Kürschner, Daniel (QUALCOMM CDMA Technologies GmbH, Deutschland)

Inhalt:
Es steht es außer Frage, dass es in unmittelbarer Zukunft mehr und mehr rein elektrische bzw. Hybrid-Fahrzeuge auf unseren Straßen geben wird. Jeder OEM hat mittlerweile mehrere derartige Fahrzeuge in seiner Angebotspalette, einige OEM sprechen sogar davon, jede Modellbaureihe um hybride oder vollelektrische Fahrzeuge zu ergänzen. Obschon davon auszugehen ist, dass eine Vielzahl der Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum, entweder zuhause oder am Arbeitsplatz geladen werden, ist eine öffentliche (Schnell-)Ladeinfrastruktur als Backup für unplanmäßige Fahrten oder Situationen, wie z.B. Straßensperren unabdingbar. Aktuell prägen sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Arten der Ladeinfrastruktur aus. Das konduktive, also leitungsgebundene Laden und das kontaktlose, induktive oder auch „Wireless-Laden“. Daraus ergeben sich insbesondere hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit und auch der Interoperabilität der Systeme Fahrzeug und Ladeinfrastruktur durchaus unterschiedlich zu bewertende und zu behandelnde Aspekte. Mit Blick auf das kabellose Laden wird in der Automobilindustrie, in der fachspezifischen Forschung und auch unter Nutzern von Elektrofahrzeugen zurzeit kontrovers diskutiert, ob der zukünftige Einsatz derartiger Wireless Power Transfer Systeme (kurz: WPT-Systeme) für Elektrokraftfahrzeuge eine Lösung für viele Probleme konventioneller Ladesysteme darstellt. Insgesamt ist davon auszugehen, dass WPT-Systeme aufgrund ihrer Vorteile hinsichtlich der Handhabung des Ladevorgangs eine höhere Nutzerakzeptanz hervorrufen und damit eine schnellere Markteinführung der Elektromobilität in Deutschland und weltweit unterstützen könnten. Vor dem Hintergrund der internationalen und nationalen EMV-Normung sind nun einige Aspekte zu berücksichtigen, die durchaus Auswirkungen auf den Marktzugang in verschiedenen Regionen nach sich ziehen. Diese bestehenden offenen Fragestellungen in der Normung müssen gemeinschaftlich zwischen OEM, Zulieferern und der Normung gelöst werden, da nur bedingt klare Entwicklungsvorgaben extrahiert werden können. Diese Arbeit beleuchtet die Fragestellungen in der Normung, deren Einfluss und Relevanz auf die Bewertung der Normkonformität. Sie bietet ferner konkrete Handlungsvorschläge für das potenzielle Erreichen von technischen Entwicklungszielen und normativen Vorgaben.