Bestimmung der Bohrkanallänge beim medizinischen Bohren von Knochen

Konferenz: Sensoren und Messsysteme - 19. ITG/GMA-Fachtagung
26.06.2018 - 27.06.2018 in Nürnberg, Deutschland

Tagungsband: ITG-Fb. 281: Sensoren und Messsysteme

Seiten: 4Sprache: DeutschTyp: PDF

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Autoren:
Sorg, Michael; Osmers, Jan; Kempen, Jeroen van; Fischer, Andreas (Universität Bremen, BIMAQ - Bremer Institut für Messtechnik Automatisierung und Qualitätswissenschaft, Deutschland)

Inhalt:
Zur Fixierung einer Fraktur in der Osteosynthese ist es erforderlich, Verschraubungen bikortikal im Knochen anzubringen. Die Länge der Schrauben muss dabei im 1 mm Raster richtig ausgewählt werden, da anderenfalls Verletzungen der umliegenden Gewebestruktur oder unzureichende Fixation die Folge sind. Die Bohrkanallänge lässt sich präoperativ nur bedingt und mit unzureichender Genauigkeit ermitteln und wird deshalb intra-operativ mit einem mechanischen Messschieber bestimmt. Diese Längenbestimmung führt häufig zu einer falsch ausgewählten Schraubenlänge verbunden mit erheblichen Komplikationen im Heilungsverlauf. Messende Bohrverfahren zur in-Prozess-Bestimmung der Bohrkanallänge setzen bisher voraus, dass beim Bohren entweder der Vorschub oder die Vorschubkraft konstant gehalten werden und sind deshalb für handgehaltene Bohrmaschinen ungeeignet. Ein neuartiges Bohrverfahren mit sensorischem Triebstrang ist durch die Hinzunahme einer axialen Oszillation erstmals auch beim handgehaltenen Bohren durch einen Operateur anwendbar und detektiert automatisch den Austritt des Bohrers aus dem Knochen. Während med. Messschieber eine Auflösung von 1 mm besitzen, wird mit dem vorgestellten Messverfahren in Verifikationsversuchen an Schweineknochen für die Bestimmung der Bohrkanallänge eine Messunsicherheit von 0,2 mm erreicht.