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DIN EN 62232 VDE 0848-232:2019-08

Bestimmung der HF-Feldstärke, der Leistungsdichte und der spezifischen Absorptionsrate (SAR) in der Nachbarschaft von Funkkommunikations-Basisstationen zur Ermittlung der menschlichen Exposition

(IEC 62232:2017); Deutsche Fassung EN 62232:2017, mit CD-ROM
Art/Status: Norm, gültig
Ausgabedatum: 2019-08
VDE-Artnr.: 0800590

Diese Norm enthält die Deutsche Fassung der ersten Ausgabe der Europäischen Norm EN 62232:2017 und ist identisch mit der zweiten Ausgabe der Internationalen Norm IEC 62232 (Ausgabe August 2017). Sie dient der Ermittlung der abgestrahlten hochfrequenten Feldstärke, der Leistungsdichte und der spezifischen Absorptionsrate (SAR), die durch die elektromagnetischen Felder von Funkkommunikations-Basisstationen, die im Frequenzbereich von 110 MHz bis 100 GHz arbeiten, hervorgerufen werden, somit der Beurteilung der Sicherheit von Personen, die sich in der Nähe solcher Anlagen aufhalten. Hierbei ersetzt die EN 62232:2017 die bisherigen Europäischen Normen EN 50383:2010, EN 50400:2006 und EN 50492:2008, so dass eine Harmonisierung der international und der europäisch geltenden Evaluierungsverfahren auf dem Gebiet der Norm erreicht wird und die Verfahren auch auf europäischer Ebene in einem Dokument zusammengefasst werden. Somit werden auch die Verfahren für Evaluierungen im Labor und für Messungen am Aufstell- und Betriebsort der Anlagen nun in einem Dokument beschrieben. Ferner werden die Verfahren in dieser Norm auf den aktuellen Stand unter Berücksichtigung verschiedener aktueller Technologien von Basisstationen gebracht.
Die drei Hauptanwendungen der Evaluierung der HF-Exposition nach dieser Norm sind:
- Produktkonformität: Bestimmung der Konformitätsgrenze für eine Funkkommunikations-Basisstation, bevor sie in Verkehr gebracht wird;
- Konformität der Produktinstallation: Bestimmung der HF-Gesamtexpositionspegel in zugänglichen Bereichen einer Funkkommunikations-Basisstation und anderer relevanter Quellen, bevor die Anlage n Betrieb genommen wird;
- Bewertung der HF-Exposition am Aufstell- und Betriebsort: Messung der HF-Expositionspegel in der Nachbarschaft einer Funkkommunikations-Basisstation nach ihrer Inbetriebnahme.
Die einzelnen Evaluierungsschritte nach dieser Norm schließen die Bestimmung des Evaluierungszwecks, des (der) Verfahren(s) für die Evaluierung sowie die Extrapolation, Volumenmittelung, zeitliche Mitteilung und Mehrfrequenzsummation ein. Die Ermittlung der Unsicherheit und die Erstellung des Prüfberichts vervollständigen den Evaluierungsvorgang. Templates für die Berichterstattung werden ebenfalls in dieser Norm festgelegt. Die ermittelten Ergebnisse können für den Vergleich mit Grenzwerten für den Personenschutz verwendet werden, wobei die Grenzwerte in dieser Norm nicht festgelegt werden. Als Resultat des Vergleichs können Konformitätsgrenzen für die Funkkommunikations-Basisstation eingerichtet werden. Weitere Informationen, die für den Vergleich eines evaluierten Werts mit einem Grenzwert erforderlich sind, werden im Anhang D gegeben.
Produktinstallationsklassen, bei denen ein vereinfachter Evaluierungsvorgang anwendbar ist, können auf der Grundlage von zutreffenden Expositionsgrenzwerten entwickelt werden. Begründungen, die die Durchführung eines vereinfachten Evaluierungsvorgangs stützen, werden im Anhang C beschrieben.
Messungen der von der Basisstation abgestrahlten HF-Feldstärke können mit Hilfe von geeigneten breitbandigen oder frequenzselektiven Messgeräten durchgeführt werden, wobei die Beiträge von in der Umgebung der Basisstation vorhandenen relevanten Quellen berücksichtigt werden müssen. Frequenzselektive Messungen sollten überall durchgeführt werden, wo mehr als ein Signal oder Frequenz vorhanden ist. Alternativ können auch geeignete Berechnungsverfahren angewendet werden. Wenn eine räumliche Mittelung (Volumenmittelung) erforderlich ist, muss diese in Übereinstimmung mit den im Anhang B definierten Festlegungen und mit einer Mindestanzahl von drei Messpunkten durchgeführt werden. Wenn eine zeitliche Mittelung anwendbar ist, z. B. wenn die HF-Feldstärke zeitlich schwankt, muss diese wie im Anhang B festgelegt implementiert werden.
Für die Messung werden die elektromagnetischen Felder der jeweils zu messenden Basisstation in ein Messphantom (Körpernachbildung) eingestrahlt und mit Hilfe einer Feldsonde werden die in dem Phantom erzeugten elektromagnetischen Feldstärken ermittelt. Aus den gewonnenen Messwerten werden anschließend die SAR-Verteilung und schließlich der maximale Spitzenwert der volumengemittelten SAR berechnet. Die Messung muss in einem Prüflaboratorium durchgeführt werden, welches bestimmte Umgebungsbedingungen erfüllen muss.
Für die in dieser Norm festgelegten Evaluierungsverfahren werden schließlich Festlegungen zur Ermittlung der Messunsicherheit getroffen. Weitere Informationen und Anforderungen, die die einzelnen Unsicherheitsbeiträge und die Abschätzung der Unsicherheit betreffen, werden im Anhang E gegeben.
Schließlich werden Festlegungen zum Messbericht gegeben und hierfür entsprechende Templates zur Verfügung gestellt.
Ein Leitfaden für die Beurteilung von Basisstationen, die bestimmte Technologien und Modulationsverfahren nutzen, wie z. B. Wi-Fi, WiMax, WCDMA, wird im Anhang F zur Verfügung gestellt.
Ausgearbeitete Fallstudien an typischen Standorten von Funkkommunikations-Basisstationen werden im begleitenden Technischen Bericht IEC/TR 62669 beschrieben, auf den in dieser Norm verwiesen wird. Eine neue Ausgabe des IEC/TR 62669 befindet sich gegenwärtig in Vorbereitung, um die aktualisierten Evaluierungsverfahren in dieser Norm zu reflektieren.
Aufgrund des hohen Verbreitungsgrads von Basisstationen kommt der Evaluierung der Exposition von Personen in den von diesen Anlagen emittierten Feldern eine hohe Bedeutung zu. Die Begrenzung der von diesen Geräten emittierten elektromagnetischen Felder stellt auch ein Sicherheitsziel der Niederspannungs-Richtlinie und der Funkanlagen-Richtlinie dar.

Gegenüber DIN EN 50383 (VDE 0848-383):2011-06, DIN EN 50400 (VDE 0848-400):2013-08 und DIN EN 50492 (VDE 0848-492):2014-09 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Zusammenfassung der Inhalte von EN 50383, EN 50400 und EN 50492 zu einer Norm;
b) Angleichung der internationalen und europäischen normativen Festlegungen.